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SoundArtikel25.10.2026

Da.Vi.Sa: «Gimme Your Body» – 30 Jahre Musikgeschichte und der Weg zurück

Drei Musiker, eine Eurodance-Single aus dem Jahr 1996 und eine persönliche Familiengeschichte. Wie ich die Rechte an «Gimme Your Body» übernommen und neu registriert habe, weshalb es dabei zu Konflikten mit Musikvertrieben kam und wie dreissig Jahre später die 30th Anniversary Edition entstand.

Titelbild: Da.Vi.Sa: «Gimme Your Body» – 30 Jahre Musikgeschichte und der Weg zurück

Da.Vi.Sa: «Gimme Your Body» – 30 Jahre Musikgeschichte und der Weg zurück

1996 veröffentlichten drei Musiker unter dem Namen Da.Vi.Sa die Single «Gimme Your Body». Dreissig Jahre später habe ich die Rechte an dieser Veröffentlichung übernommen, neu registriert und dem Song mit einer 30th Anniversary Edition ein neues Kapitel gegeben. Was nach einem nostalgischen Musikprojekt klingt, hat für mich einen wesentlich persönlicheren Hintergrund. Einer der ursprünglichen Musiker war mein Bruder.

Da.Vi.Sa – drei Namen, ein Musikprojekt

Die Geschichte beginnt 1996, mitten in einer Zeit, in der Eurodance, Italodance und Trance die europäischen Tanzflächen prägten.

Drei Musiker fanden unter dem Namen Da.Vi.Sa zusammen:

Danilo Giancane, Vito Bonavoglia und Salvatore Becca.

Die Anfangssilben ihrer Vornamen bildeten den Projektnamen.

Gemeinsam waren sie für die Komposition und Produktion von «Gimme Your Body» verantwortlich. Die Gesangsparts übernahmen Loriana Sertoni und Nadia D'Agati.

Veröffentlicht wurde die Single 1996 in der Schweiz beim damaligen Label DVS Record, mit der Katalognummer ACAD 1996-30.01.

Auf der CD-Maxi-Single erschienen vier Versionen:

  • Gimme Your Body (Extended)
  • Gimme Your Body (Dream Version)
  • Gimme Your Body (Radio Edit)
  • Gimme Your Body (Special Mix)

Es war eine typische Produktion jener Ära: melodischer Eurodance, elektronische Sounds, rhythmische Energie und unterschiedliche Arrangements für Radio und Tanzfläche.

Für mich ist diese Veröffentlichung allerdings mehr als ein Stück musikalischer Neunzigerjahre-Nostalgie.

Einer der drei ursprünglichen Musiker war mein Bruder.

Damit verbindet mich mit Da.Vi.Sa nicht nur die Begeisterung für elektronische Musik, sondern auch eine persönliche Familiengeschichte.

Ein Song, der dreissig Jahre überdauerte

Die Musikindustrie von 1996 hatte mit der heutigen digitalen Vertriebslandschaft wenig gemeinsam.

Veröffentlichungen erschienen auf CD oder Vinyl. Plattenlabels, Presswerke und physische Vertriebsnetze bestimmten, wie Musik in den Handel gelangte. Digitale Streamingplattformen, automatische Rechteerkennung und weltweit vernetzte Musikkataloge spielten noch keine Rolle.

Drei Jahrzehnte später existiert diese Musik in einer völlig anderen Umgebung.

Alte Aufnahmen werden digitalisiert, Kataloge weitergegeben, Veröffentlichungen neu eingespielt und Metadaten zwischen internationalen Dienstleistern ausgetauscht.

Dabei kann die Geschichte einer Aufnahme zunehmend unübersichtlich werden.

Gerade bei Musikproduktionen aus den Neunzigerjahren lässt sich aus einem heutigen Streaming-Eintrag nicht immer unmittelbar erkennen, wer ursprünglich an der Produktion beteiligt war und wer über welche Verwertungsrechte verfügt.

Diese Frage wurde für mich entscheidend, als ich mich intensiver mit der ursprünglichen Da.Vi.Sa-Veröffentlichung beschäftigte.

Als die Rechtefrage zum Problem wurde

Bei meiner Beschäftigung mit «Gimme Your Body» stiess ich auf Rechte- und Vertriebszuordnungen, die ich ausgehend von der ursprünglichen Veröffentlichung nicht nachvollziehen konnte.

Dabei spielten insbesondere Believe Music sowie Hitpool (104pro Media) eine Rolle.

Nach meiner Auffassung wurden im Zusammenhang mit dem Titel Ansprüche beziehungsweise digitale Verwertungspositionen geltend gemacht, für die keine ausreichende Berechtigung bestand.

Ich halte diese Zuordnungen für unberechtigt. Das ist meine persönliche Beurteilung des Rechtekonflikts und keine Behauptung, dass ein Gericht eine rechtswidrige Handlung dieser Unternehmen festgestellt hätte.

Für mich stand dabei eine grundsätzliche Frage im Mittelpunkt:

Wie kann es sein, dass man bei einer Aufnahme mit bekannter Entstehungsgeschichte erst klären muss, wer sie heute überhaupt rechtmässig verwerten darf?

Bei einem Musikstück müssen mehrere Rechteebenen auseinandergehalten werden. Die Rechte an einer Komposition sind nicht automatisch identisch mit den Rechten an der ursprünglichen Tonaufnahme. Dazu kommen vertragliche Nutzungsrechte, Vertriebsvereinbarungen und die entsprechenden Einträge in digitalen Musiksystemen.

Ein Distributor kann Musik auf Streamingplattformen bereitstellen, ohne damit automatisch Urheber sämtlicher musikalischer Bestandteile zu werden.

Genau deshalb war mir eine nachvollziehbare Klärung der Rechte wichtig.

Es ging nicht einfach darum, einen alten Titel erneut auf Spotify verfügbar zu machen.

Es ging darum, eine Veröffentlichung mit persönlicher Familiengeschichte auf eine klare Grundlage für ihre Zukunft zu stellen.

Die Übernahme und Neuregistrierung

Weil mein Bruder zur ursprünglichen Formation gehörte, hatte die Angelegenheit für mich eine andere Bedeutung als die gewöhnliche Wiederveröffentlichung eines alten Dance-Tracks.

Ich wollte, dass die Geschichte von Da.Vi.Sa und «Gimme Your Body» korrekt dokumentiert bleibt und die weitere Verwertung auf nachvollziehbaren Rechteverhältnissen beruht.

Inzwischen habe ich die Rechte an der Veröffentlichung übernommen und den Song beziehungsweise seine Verwertung unter meiner Verantwortung neu registriert.

Damit konnte ich die Grundlage schaffen, die Musik erneut unter dem ursprünglichen Künstlernamen zugänglich zu machen.

Wichtig war mir dabei, die historischen Urheber- und Produktionsangaben nicht umzuschreiben.

Da.Vi.Sa bleibt das ursprüngliche Projekt von Danilo Giancane, Vito Bonavoglia und Salvatore Becca.

Die heutige Rechteverwaltung und Wiederveröffentlichung verändern nicht die Tatsache, wer den Song damals geschaffen hat.

Für mich ist gerade diese Trennung wichtig: Die Vergangenheit soll dokumentiert bleiben, während die Musik eine neue Zukunft erhält.

2026 – die 30th Anniversary Edition

Nach der Rechteklärung konnte ich mich wieder dem widmen, worum es eigentlich gehen sollte: der Musik.

2026 markiert dreissig Jahre seit der ursprünglichen Veröffentlichung von «Gimme Your Body».

Dieses Jubiläum wollte ich nicht mit einer blossen erneuten Bereitstellung der alten Aufnahme begehen.

Die 30th Anniversary Edition sollte vielmehr eine musikalische Verbindung zwischen 1996 und heute schaffen.

Der charakteristische Geist des Originals sollte erhalten bleiben, gleichzeitig aber eine Produktion entstehen, die den Anforderungen zeitgemässer Dance- und Clubmusik entspricht.

Ein druckvollerer Bassbereich, moderne elektronische Klanggestaltung, eine dynamischere Clubausrichtung und ein zeitgemässes Produktions- und Mastering-Niveau gehörten zu diesem Ansatz.

Entscheidend war dabei, dass der Wiedererkennungswert des ursprünglichen Songs nicht verloren geht.

Denn ein Jubiläumstitel hat für mich nur dann einen Sinn, wenn man darin noch hört, wo seine Geschichte begonnen hat.

Die neue Edition erschien unter Rebel Media Records und führt das musikalische Projekt Da.Vi.Sa in die Gegenwart.

Dreissig Jahre liegen zwischen den beiden Veröffentlichungen. Die Produktionsmöglichkeiten haben sich verändert, ebenso die Art, wie Menschen Musik entdecken und hören.

Die ursprüngliche musikalische Identität bleibt jedoch der gemeinsame Ausgangspunkt.

Warum mir diese Veröffentlichung wichtig ist

Ich hätte «Gimme Your Body» auch einfach als interessante alte Eurodance-Produktion betrachten können.

Ein Song aus dem Jahr 1996, den man gelegentlich wieder anhört und mit dem man sich an eine bestimmte musikalische Epoche erinnert.

Aber durch die Beteiligung meines Bruders war der Titel für mich nie irgendeine anonyme Aufnahme aus einem alten Musikkatalog.

Hinter dem Projektnamen stehen drei reale Menschen, ihre musikalische Arbeit und eine Veröffentlichung, die damals unter ganz anderen Voraussetzungen entstanden ist.

Dass ich mich dreissig Jahre später mit dieser Geschichte beschäftigen, die Rechte neu ordnen und eine neue Ausgabe realisieren würde, war sicherlich nicht der ursprüngliche Plan.

Heute bin ich froh, dass ich es getan habe.

Die Auseinandersetzung mit den Rechteansprüchen hat mir gleichzeitig gezeigt, wie wichtig sorgfältig dokumentierte Musikrechte sind – gerade dann, wenn zwischen einer Erstveröffentlichung und ihrer heutigen digitalen Verwertung Jahrzehnte liegen.

Denn selbst wenn eine Aufnahme längst nicht mehr im Handel erhältlich ist, verschwinden ihre Geschichte und die Rechte daran nicht einfach.

Ein neues Kapitel für Da.Vi.Sa

Mit der 30th Anniversary Edition von «Gimme Your Body» wollte ich zwei Dinge erreichen.

Einerseits sollte ein Song aus dem Jahr 1996 musikalisch wieder hörbar werden – nicht nur als historisches Dokument, sondern in einer zeitgemässen Version.

Andererseits wollte ich dazu beitragen, dass seine Herkunft, die ursprünglichen Musiker und seine weitere Veröffentlichung wieder in einem nachvollziehbaren Zusammenhang stehen.

Da.Vi.Sa wurde von drei Musikern gegründet. Einer davon war mein Bruder. Dreissig Jahre später habe ich die Verantwortung für die erneute Veröffentlichung übernommen.

Die Musik stammt aus einer anderen Zeit.

Ihre Geschichte geht trotzdem weiter.

Und genau das macht diese Anniversary Edition für mich besonders.


Da.Vi.Sa – Gimme Your Body

Originalveröffentlichung: 1996
Ursprüngliches Label: DVS Record
Originalmitglieder: Danilo Giancane, Vito Bonavoglia, Salvatore Becca
Gesang der Originalaufnahme: Loriana Sertoni, Nadia D'Agati
30th Anniversary Edition: 2026
Aktuelles Label: Rebel Media Records

Originalveröffentlichung:
Da.Vi.Sa – Gimme Your Body (Discogs)

Künstlerprofil:
Da.Vi.Sa bei Discogs

Musik anhören:
Gimme Your Body

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